Hallo liebe Leser!

Mein Name ist Pelle. Ich bin ein ausgewachsener, rotbrauner, sehr liebenswerter und gutmütiger Rhodesian Ridgeback und noch dazu besonders wichtig. Ich bin nämlich ein Schulhund.  Wie toll ich mich beschreiben kann. Herrlich. Das habe ich in der Schule gelernt. Ja, ihr habt richtig gelesen. Ich gehe zur Schule. Meinen Namen habe ich wohl meiner zweibeinigen Besitzerin zu verdanken. Manchmal nennt sie mich vor allen Kindern auch „Pellwurst“, das finde ich echt nicht so lustig, sie hingegen schon! Meistens meckern ihre Schüler und Schülerinnen dann mit ihr und das finde ich dann wiederherum sehr lustig und sie nicht. Strafe muss sein, da ist sie schließlich selbst schuld, wenn sie mich ärgert. Ihr müsst nämlich wissen, dass ihre Kinder mich sehr mögen und es nicht leiden können, wenn man mich ärgert oder gemein zu mir ist.

Jetzt würde ich euch gerne über meinen Schulalltag berichten. Der Tag beginnt für mich um 06:00 Uhr morgens. Puh, das ist sehr früh und ich mag gar nicht gerne früh aufstehen. Ich lasse mir immer sehr viel Zeit beim Aufstehen und es freut mich mit anzusehen, wenn Frau Zweibein dann so richtig meckerig  wird. Herrlich, so viel Spaß schon am frühen Morgen. Selber schuld, wenn sie auf einen ausgiebigen Spaziergang vor der Schule besteht, schließlich ist die Schule ja schon anstrengend genug. Das brauche ich euch wohl nicht erzählen. Jeder, der in der Schule war, weiß wie anstrengend das da ist! Nach dem Spaziergang geht’s ab ins Auto, natürlich sitze ich hinten im Kofferraum, und los geht die bunte Fahrt zur Schule. Auf der Autofahrt ist vielleicht schon was los. Ständig überall grelle Lichter, Autos die mir fasst in den Kofferraum fahren, gehupe wo man hinhört und diese ganzen roten und grünen Lichter! Diese scheinen wichtig zu sein weil alle stehen bleiben oder weiter fahren. Auch meine Chauffeurin hält sich immer an diese Lichter. Wenn wir in Richtung Schule fahren und ich die Sporthalle erkenne, fange ich schon immer freudig an zu piepen, weil ich genau weiß, dass mich wieder ein toller Tag mit lieben Kindern erwartet. Auf dem Parkplatz angekommen bleibe ich erst mal im Auto sitzen, damit Frau Zweibein und ihre Kinder alles für mich herrichten können. Auf dem Parkplatz ist immer ganz viel los und ich langweile mich überhaupt nicht. Da kommen immer ganz viele, riesige Autos aus denen mindestens 1000 Kinder aussteigen. Vielleicht sind es auch mehr oder weniger!?! Ich muss in Mathe noch besser aufpassen, weil ich noch nicht so gut zählen kann. Viele Kinder kommen morgens auch mit dem Fahrrad oder zu Fuß. Sie klingeln, singen, springen und quatschen immer ganz aufgeregt miteinander. Jedenfalls laufen sie dann immer schnell in die Schule. Manchmal winkt mir auch das ein oder andere Kind zu und ruft „Guten Morgen Herr Pelle“. Das finde ich besonders toll. Wenn alle Kinder in den Klassen sind, holt mich Frau Zweibein auch endlich aus dem Auto und wir gehen ins Gebäude.

Meistens halten wir vorne im Büro an und da sitzt eine blonde Dame, die mich immer sehr nett streichelt. Sie sagt immer, dass ich ja so ein netter, gut erzogener Hund bin (ich tue was ich kann) und ich ruhig auch mal wieder in ihrem Büro liegen darf. Ich glaube sie ist sehr wichtig für alle Schüler und Schülerinnen, weil sie Unmengen an so Klebedingern besitzt, die man auf riesige, blutende Wunden kleben kann. Sie hat auch noch solche Kühldinger die gut sind, wenn man hingefallen ist und eine große Beule bekommt. Und ihr könnt euch nicht vorstellen wie oft bei ihr immer das Telefon klingelt. Mindestens 500 Mal am Tag. Das weiß ich ganz genau, weil ich schon einmal mitgezählt habe. Puh, das ist anstrengend für meine Ohren.  Ich freue mich jedenfalls immer sehr, sie zu sehen und denke, dass sie eine der wichtigsten Personen an der Schule ist.

Dann geht es weiter durch einen langen, sehr langen Tunnel. Am Ende des Tunnels sitzt ein Mann mit Haaren am Kinn und einer Mütze auf dem Kopf. Er freut sich auch immer sehr, mich zu sehen. Er schubbelt mich immer sehr tüchtig und ich bekomme schon vor Unterrichtsbeginn eine Massage. Dieser Mann ist für die Schüler und Schülerinnen auch sehr wichtig, weil er alles kann. Bälle vom Dach holen (das kann und darf sonst keiner), Fahrräder reparieren, Bilder aufhängen, Spielgeräte aufbauen, den Rasen schneiden und noch ganz viele Sachen mehr.

So jetzt aber weiter mit meinem Schultag. Bis ich endlich in meiner Klasse bin, muss ich noch einige Treppen steigen und bin dann oben im Flur, von wo ich den Kindern unten auf den Kopf gucken kann. Sehr merkwürdig dieses Haus. Meistens habe ich oben immer noch etwas Angst und gehe nie an die Stangen vorne. Lieber ganz dicht an der Wand laufen, sicher ist sicher. Wenn dann endlich die Tür von meinem Klassenraum aufgeht freue ich mich immer sehr. Die Kinder haben nämlich schon immer mein Futter und Wasser ordnungsgemäß an meinen Platz gestellt und ich kann endlich frühstücken. Sie legen mir sogar immer ein dickes, weiches und kuscheliges Kissen hin, auf dem ich mich super ausruhen kann. Ihr müsst nämlich wissen, der einzige, der im Unterricht schlafen darf, bin ich! Manchmal, wenn die Kinder besonders leise sind, schnarche ich so laut, dass keiner mehr arbeiten kann und alle lachen dann ganz leise, damit ich nicht aufwache (erzählt meine Zweibeinerin mir jedenfalls immer).

Wenn ich mich dann genug ausgeruht habe, ist es meistens schon so spät, dass alle Kinder auch etwas essen dürfen. Dann bleibe ich immer ganz brav auf meinem Kissen liegen und warte darauf, dass mir ein Kind was Leckeres bringt. Manchmal gibt es Joghurt, Käse oder Apfelstücke. Das mag ich alles besonders gerne und die Kinder freuen sich genauso wie ich JSie spielen auch manchmal verstecken mit mir. Dann versteckt ein Kind meinen Futterbeutel und ich muss ihn dann suchen. Das macht riesigen Spaß! Ihr müsst wissen, ich habe eine super Nase. Die findet alles und überall. Manchmal darf ich auch über einige Kinder springen. Sie hocken sich auf den Boden (lustig, dann sehen sie ein bisschen so aus wie ich mit vier Beinen)  und ich springe über sie rüber und bekomme ein lecker schmeckendes Leckerchen dafür. So, jetzt muss ich aufhören zu schreiben, Frau Zweibein hat schon geschimpft, dass ich viel zu viel erzähle. Vielleicht schreibe ich irgendwann noch einen Brief. Ich erlebe so viel in der Schule und könnte noch viele schöne Sachen berichten. Also, dann bis bald

Euer Pelle